Beziehungen und andere Konsumgüter…

Beziehungen und andere Konsumgüter…

Die Abhän­gig­keit heute in Bezie­hun­gen oder Ehen sind größ­ten­teils nicht mehr die finan­zi­elle Abhän­gig­keit. Der Grund, warum Bezie­hun­gen und Ehen ein­ge­gan­gen wer­den ist lei­der oft­mals die emo­tio­nale Abhän­gig­keit. Män­ner hei­ra­ten um sich voll­stän­dig zu füh­len. Sie haben eine Frau ergo sind sie somit ange­se­hen und „haben Alles rich­tig gemacht“! Je schö­ner und attrak­ti­ver die Frau ist, desto bes­ser ist er als Mann. Sie ent­spre­chen dem All­ge­mei­nen. Wer­den geliebt, sind folg­lich attrak­tiv und kön­nen durch ihr Sein einer Frau etwas bie­ten. Des­halb hat diese Frau auch „ja“ zu ihm gesagt. Die innere Leere ist ersetzt durch Voll­stän­dig­keit. Bei uns Frauen ist es nicht anders. Auch wir möch­ten uns voll­stän­dig füh­len.

Die ers­ten Jahre klappt das dann auch meis­tens sehr gut. Unser Selbst­wert hat den Zenit erreicht, denn wir wer­den geliebt, sind attrak­tiv … eben ein­fach lie­ben­s_wert! Wenn dann lang­sam die Rou­tine in die Bezie­hung Ein­zug hält – was auch voll­kom­men nor­mal ist – baut sich in der Regel das „erste Ver­liebt­sein“ ab, die rosa­far­bene Brille wird gegen Spie­gel­glä­ser aus­ge­tauscht und der All­tag ersetzt wilde Aben­teuer sowie die Roman­tik beim Abend­es­sen.

Was macht das mit uns? Unser Selbst­wert lässt nach! In unse­rer Bezie­hung fin­den wir keine Befrie­di­gung mehr, denn nur zu gerne machen wir den Part­ner dafür ver­ant­wort­lich, was und wer wir sind. Wir füh­len uns nicht mehr schön genug, nicht mehr wich­tig, viel­leicht sogar gelang­weilt…

Die Bezie­hung oder Ehe ist bereits am Anfang geschei­tert. Wir haben nur zu oft den Anspruch, dass der andere Mensch uns voll­stän­dig machen soll, wir durch ihn wert­ge­schätzt wer­den.

Oder Du kaufst dir ein Iphone nach dem ande­ren, suchst die Wert­schät­zung durch noch ein schnel­le­res oder grö­ße­res Auto, bist eine wan­delnde Mar­ken­säule oder musst beim Sport immer der oder die Beste sein. Es gibt zahl­rei­che Bei­spiele für die Suche nach der Befrie­di­gung von Wert­schät­zung. Aber, ob es in einer Part­ner­schaft ist oder Du Sin­gle bist: Glück­lich kannst nur Du Dich machen! Nicht Dein Part­ner, nicht die Prada Hand­ta­sche und auch nicht das Abzei­chen für Dei­nen Tur­nier­sieg. Jeden­falls nicht dann, wenn Du nicht schon vor­her mit Dir selbst glück­lich warst und bist. Nur dann kannst Du Dich auch ehr­lich dar­über freuen und bist mor­gen nicht schon wie­der auf der Suche nach der mate­ri­el­len Sucht. Deine Part­ner­schaft wird nicht zum Kon­sum­gut.

Die Auf­for­de­rung an den Ande­ren darf nicht sein „…bitte mach mich glück­lich…“ die Anfor­de­rung an Dich selbst muss sein „ich bin glück­lich und ich bin gut so, wie ich bin“…“ Denn die wich­tigste Bezie­hung ist die zu Dir selbst! Hör auf zu den­ken, dass Du als Sin­gle nichts wert bist, dass Dich nie­mand will!!! Stürze Dich nicht in Bezie­hun­gen, nur um nicht allein sein zu müs­sen. Schau nicht Tag ein Tag aus irgend­wel­che Schwach­sinns­sen­dun­gen, nur um nicht über Dich selbst nach­den­ken zu müs­sen, staub nicht 10x die Bil­der­rah­men ab, ver­bring nicht Stun­den mit Dei­nem Smartphone…nur um Dich von Dir selbst abzu­len­ken und die Leere nicht zu emp­fin­den.

So hart sich das jetzt anhö­ren mag.…wenn Du allein mit Dir nicht klar­kommst, wie soll dann eine Part­ner­schaft mit Dir funk­tio­nie­ren? Wie kann ein ande­rer Mensch Dich glück­lich machen, wenn Du selbst Dir nicht genü­gen kannst? Aber viel­leicht ist Deine Vor­stel­lung von einer super Bezie­hung auch die, dass Du mit Dei­nem Part­ner Dir jeden Tag Soaps rein­ziehst, ihr euch still­schwei­gend am Tisch gegen­über sitzt und in die Smart­pho­nes glotzt! Nein? Warum ver­bringst Du dann Deine Zeit damit? Oder bist Du viel­leicht schon genau in die­sem Teu­fels­kreis in Dei­ner Bezie­hung? Rennst von einer Bezie­hung in die nächste und wun­derst Dich, warum es nicht funk­tio­niert? Es kann nicht funk­tio­nie­ren, wenn jeder nur vor sich selbst weg­rennt um zusam­men zu sein. Lerne Dich im ers­ten Schritt an erste Stelle zu set­zen. Das hat Nichts mit Ego­is­mus zu tun. Du kannst nur einen ande­ren Men­schen für Dich begeis­tern, wenn Du von Dir selbst begeis­tert bist. Vol­ler posi­ti­ver Res­sour­cen bist! Stark bist! Nicht Dein Part­ner, Deine Eltern, Deine Kin­der oder auch wer auch immer, sollte die wich­tigste Per­son sein. DU bist die wich­tigste Per­son!

Es gibt den Rat beim Flie­gen, wenn es zu einem Druck­ver­lust in der Kabine kommt. Und die­ser Rat hat seine Berech­ti­gung und Du soll­test ein­mal mehr dar­über nach­den­ken, was es für Dich und Dein Leben bedeu­tet. Wenn es zu einem Druck­ver­lust in der Kabine kommt und die Sau­er­stoff­mas­ken run­ter fal­len, dann sollst Du nicht zuerst Dei­nem Kind die Maske auf­set­zen, son­dern Dir. Denn spä­tes­tens, wenn Du Dei­nem ers­ten Kind die Maske auf­ge­setzt hast, hast Du schon keine Kraft mehr für das nächste Kind und wirst selbst ohn­mäch­tig. Nimmst Du aber zuerst den Sau­er­stoff, hast Du genü­gend Zeit um ein Kind nach dem ande­ren zu ver­sor­gen und noch die Nach­barn nebenan. Dadurch, dass Du stark bist, kannst Du auch ande­ren hel­fen und Liebe wei­ter­ge­ben. Denk mal drü­ber nach.…

Alles Liebe

Verena

2 Antworten

  1. Anfangs fand ich meine Frau total scharf. Ich konnte meine Finger nicht von ihr lassen. Nun dümpelt unsere Ehe dahin. Ich bin nur noch mit dem Fernseher verheiratet, obwohl ich doch ein sehr aktiver und spontaner Mann war. Das hatte auch meiner Frau gefallen und sie machte sich immer für mich zu recht. Nun haben wir uns beide gehen lassen. Es ist schon lange nicht mehr so, wie es mal war. Wenn ich mich an unsere erste Begegnung erinnere oder an die locker und ungezwungen Beziehung, die wir anfangs geführt haben, dann hält mich noch eine Resthoffnung fest, dass alles so wird wie früher oder ein Wendepunkt eintritt. Und als ich auf diesen Blog gestoßen bin, habe ich für mich realisiert, dass ich mehr und mehr an den Erinnerungen hängen geblieben bin und nicht mehr an der Beziehung. Einer von uns muss der Mutige sein und die Sache beenden.... uns beiden einen Befreiungsschlag verpassen. Oder wir müssen uns wieder finden. Zugegeben meine sentimentale Seite gebe ich ungern zu und möchte nicht schwach wirken. Doch ich habe, wir haben nichts zu verlieren. Weiß nur nicht, wie ich es anpacken kann. Außer meinem Hund und anonymen Internetforen; vertraue ich niemanden meinen Innenleben an. Merke aber, dass ich nicht drum herum kommen kann und professionelle Unterstützung brauche. Auch, wenn sie es sich selbst nicht zugeben mag, sie kommt mit der Situation auch nicht klar. Sie hat sich lediglich mit den Dingen abgefunden. Irgendwie hat sie ja recht. Wieso das geordnete und laufende System beenden und in unsichere Hafen segeln? Aber das kann es auch nicht gewesen sein. Ein Leben, dass an einem vorbeizieht ohne halt und Gehalt. Aber was fängt danach an, wenn wir getrennte Wege gehen? Werde ich es bereuen oder versagen? Werde ich sie verletzen oder vermissen? Was kommt auf uns zu? Was wird mit Haus, Hof, Fuhrpark? Alles, was man gemeinsam aufgebaut hat und durchgemacht hat, lässt man hinter sich? Was erwartet uns dann?
    • Lieber Thorsten! Ich danke Dir, dass Du Dich hier geöffnet hast. Das ist Dein erster Schritt und ich weiß, dass es hierzu oftmals viel Mut bedarf. Vielleicht möchtest Du mit mir mal telefonieren? Du zeigst einen starken Veränderungswunsch und ich würde Dir gerne geeignete Wege für Dich aufzeigen. Es gibt immer glückliche Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme. Und ich bin mir ganz sicher, dass wir auch Deine Themen glücklich lösen können. Ich freue mich auf Dich! Herzlichst, Verena

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